Emeritierung

Ludwig Fromm geht in Pension – Ein Artikel von Hansen & Munk (http://hansen-munk.de)

Von Hannes Hansen

Kiel. Durchaus zeigt sich Ludwig Fromm mit dem, was er erreicht hat in den über zwanzig Jahren Tätigkeit als Professor zunächst im Fachbereich Architektur, dann ab 2005 als Gründungsrektor der Muthesius-Kunsthochschule in Kiel. Das, sagt er, könne man schon daran sehen, dass die grundlegenden Strukturen, die man damals, als die alte Fachhochschule unter seiner Ägide zur Kunsthochschule wurde, geschaffen habe, im Prinzip auch heute noch Bestand hätten. Dazu gehörten ein verändertes Verhältnis von Theorie und Praxis und die „Durchdringung aller Fächer mit ästhetischen Fragestellungen im Sinne einer interdisziplinären Lehre, also um eine Vernetzung der Fächer.“

Vor allem aber blickt Ludwig Fromm, der vor wenigen Wochen als Hochschullehrer verabschiedet wurde, mit Stolz auf die Schaffung eines dritten Studiengangs zurück, der möglich und nötig wurde, als der Fachbereich Architektur an der Muthesius Kunsthochschule geschlossen wurde, dem der „Raumstrategien“. Ein zentraler Begriff für den Mann, der, 1950 im thüringischen Eichsfeld geboren, in Weimar Architektur studierte, nach der Inhaftierung in der DDR 1976 in den Westen ging, in Wien und Paris arbeitete und dann nach der Promotion als Hochschullehrer und freischaffender Architekt in Berlin arbeitete. Heute ist der Studiengang „Raumstrategien“ an vielen europäischen Universitäten und Hochschulen Europas Teil des Lehrplans, und in Kiel ist man stolz darauf, mit fünf Professoren und vielen anderen Mitarbeitern europaweit ein Vorreiter des Fachs zu sein.

Es geht dabei um mehr als um klassische architektonische Typen- und Entwurfslehre, nämlich um die Frage, wie der Mensch als Nutzer von Architektur auf sie reagiere und welche Schlüsse für den Architekten daraus zu ziehen seien. „Architektur“, ist sich Ludwig Fromm sicher, „hat heute keine technischen Probleme mehr, sondern gestalterische, ästhetische wie moralischer und ethischer Art“. Welche Überlegungen, fragt er dabei, müssten Architekten und Stadtplaner im Sinn dessen anstellen, was er „Atmosphärenkonstruktion“ nennt, damit die Menschen sich wohl fühlten. Dabei reiche es nicht, im engeren Sinne rein architektonische und stadtplanerische Überlegungen anzustellen, man müsse auch an die psychologischen und sozialen Voraussetzungen und Folgen einer menschenwürdigen Architektur denken. Dazu gehört, dass Ludwig Fromm seine Studenten ihre eigenen Reaktionen und die von Besuchern auf Innenräume von Sparkassen und anderen Gebäuden protokollieren ließ, um ihre Befindlichkeiten als „Architekturbenutzer“ zu ermitteln.

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